Kaum zeigen sich die ersten zarten Knospen an den Rosen, treten oft schon Blattläuse auf. Sie sitzen in Kolonien an den Triebspitzen und saugen den Pflanzensaft, was zu verkrüppelten Blättern und einer Schwächung der Blüte führt. Doch nicht nur tierische Schädlinge machen den Pflanzen zu schaffen. Pilzerkrankungen wie der Echte Mehltau, der als weißer Belag auf den Blättern erscheint, oder der Sternrußtau, erkennbar an schwarzen Flecken und vergilbenden Blättern, stellen für viele Gärtner eine Herausforderung dar. Der erste Gedanke gilt manchmal chemischen Mitteln aus dem Fachhandel. Das ist jedoch nicht zwingend notwendig. In fast jedem Haushalt finden sich Mittel, die effektiv wirken, ohne dabei Bienen, Marienkäfer oder die Umwelt zu belasten.
Die Wunderwaffe gegen Blattläuse
Gegen den häufigsten Schädling, die Blattlaus, hilft eine einfache Mischung aus Wasser und Schmierseife. Die Kaliseife verklebt die Atemwege der Läuse, was zu deren Absterben führt. Dazu wird ein Esslöffel Schmierseife in einem Liter lauwarmem Wasser aufgelöst. Zur Verstärkung der Wirkung kann ein Schuss Spiritus oder Neemöl hinzugefügt werden. Diese Lösung wird direkt auf die befallenen Stellen gesprüht – idealerweise abends, wenn keine direkte Sonne mehr auf die Blätter scheint, um Verbrennungen zu vermeiden. Ein weiteres effektives Mittel ist ein Sud aus Brennnesseln. Werden frische Brennnesseln circa 24 Stunden in Wasser eingelegt, entsteht ein Auszug, der unverdünnt gespritzt werden kann. Er wirkt nicht nur gegen Läuse, sondern stärkt durch die enthaltene Kieselsäure auch das Pflanzengewebe.
Milch gegen Mehltau und Vorbeugung bei Pilzen
Erscheinen die Blätter wie mit Mehl bestäubt, handelt es sich meist um den Echten Mehltau. Hier hat sich ein Lebensmittel als wirksam erwiesen: frische Milch. Eine Mischung aus Rohmilch oder Vollmilch (keine H-Milch, da die wirksamen Milchsäurebakterien fehlen) und Wasser im Verhältnis 1:8 wird mehrmals wöchentlich auf die Rosen gesprüht. Die Mikroorganismen in der Milch bekämpfen den Pilz, und das enthaltene Natriumphosphat stärkt die Abwehrkräfte der Rose. Bei Sternrußtau gestaltet sich die Bekämpfung schwieriger, da der Pilz im Inneren des Blattes sitzt. In diesem Fall helfen vorbeugend Backpulver-Lösungen oder Schachtelhalm-Brühe. Grundsätzlich gilt bei Pilzbefall: Befallenes Laub ist sofort zu entfernen und im Hausmüll zu entsorgen, nicht auf dem Kompost, um eine Weiterverbreitung der Sporen zu verhindern.
Ein gesunder Standort als bester Schutz
Die beste Bekämpfung ist immer die Vorbeugung. Eine Rose am richtigen Standort ist deutlich widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten. Rosen benötigen Sonne und einen luftigen Platz, an dem das Laub nach einem Regenschauer schnell abtrocknen kann. Steht die Pflanze zu schattig oder zu eng an anderen Gewächsen, bildet sich ein feuchtes Mikroklima, das Pilzkrankheiten begünstigt. Auch eine ausgewogene Düngung ist wichtig. Überdüngte Pflanzen mit weichem Gewebe ziehen Blattläuse an. Wer zudem Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Ohrwürmer im Garten fördert, hat oft kaum Probleme mit Läusen, da diese natürlichen Fressfeinde die Populationen regulieren.