Der Duft von frischen Rosen gehört zu den schönsten Aromen, die uns die Natur im Frühsommer schenkt. Doch so flüchtig wie die Blütezeit ist auch ihr Parfum. Wer den betörenden Duft der Rose konservieren möchte, kann mit wenig Aufwand edles Rosenöl selber machen. Ein selbst angesetztes Öl ist eine Wohltat für die Haut und ein wunderbares, persönliches Geschenk aus dem eigenen Garten. Die Herstellung erfordert weder tiefgehendes Expertenwissen noch eine professionelle Destillationsanlage. Mit der klassischen Methode des Ölauszugs, auch Mazeration genannt, lässt sich der sommerliche Duft noch lange nach der Blütezeit genießen.
Die richtigen Blüten und das passende Trägeröl
Der Erfolg des selbstgemachten Rosenöls steht und fällt mit den verwendeten Zutaten. Nicht jede Rose eignet sich gleich gut für die Duftgewinnung. Moderne Zuchtrosen glänzen zwar oft durch perfekte Symmetrie und leuchtende Farben, haben ihren Duft im Zuge der Züchtung jedoch häufig verloren. Am besten eignen sich stark duftende, alte Rosensorten wie die Damaszener-Rose, die Zentifolie oder die Essig-Rose. Auch ungespritzte Wildrosen oder intensiv duftende Gartenrosen sind hervorragend geeignet.
Wichtig ist, dass die Blüten absolut frei von Pestiziden und chemischen Düngern sind, da diese sonst direkt in das Öl übergehen. Gerade bei der Hautpflege möchtest du chemische Stoffe unbedingt vermeiden.
Im nächsten Schritt wählst du das passende Trägeröl. Da Rosenöl im Kaltauszug hergestellt wird, benötigst du ein hochwertiges, geruchsneutrales oder leicht nussiges Basisöl:
- Mandelöl ist besonders hautpflegend und mild.
- Jojobaöl (streng genommen ein flüssiges Wachs) empfiehlt sich für alle, die ein leichteres Öl bevorzugen und Wert auf eine besonders lange Haltbarkeit legen.
- Auch natives Olivenöl kann verwendet werden, doch der starke Eigengeruch überdeckt oft das feine Rosenaroma.
Rosenblüten ernten und richtig vorbereiten
Die Ernte der Rosenblüten erfolgt am besten an einem sonnigen, trockenen Vormittag, sobald der Tau getrocknet ist. Zu diesem Zeitpunkt ist die Konzentration der ätherischen Öle in den Blättern am höchsten. Insekten lassen sich durch ein vorsichtiges Ausschütteln entfernen. Auf das Waschen der Blätter solltest du nach Möglichkeit verzichten, da Feuchtigkeit die Schimmelbildung im Öl begünstigt. Breite die gezupften Blätter stattdessen für einige Stunden auf einem sauberen Tuch aus, damit überschüssige Feuchtigkeit vor der Verarbeitung verdunstet.
Das Rosenöl ansetzen und reifen lassen
Fülle ein steriles, verschließbares Schraubglas etwa zur Hälfte oder zu zwei Dritteln locker mit den angewelkten Rosenblättern. Anschließend gießt du das gewählte Trägeröl darüber, bis alle Blätter vollständig bedeckt sind. Es ist extrem wichtig, dass keine Pflanzenteile aus dem Öl herausragen, da sie an der Luft schnell zu schimmeln beginnen.
Das fest verschlossene Glas findet an einem warmen, hellen Ort – idealerweise auf einer sonnigen Fensterbank – seinen Platz. Dort darf das Öl für drei bis vier Wochen ziehen. Schüttle das Glas ab und zu vorsichtig durch, damit sich die Wirkstoffe besser lösen und die Schimmelbildung minimiert wird.
Abseihen und aufbewahren: So hält das Öl am längsten
Nach der Wartezeit hat das Öl den Duft und oft auch eine leicht rötliche Färbung der Rosen angenommen. Gieße es nun durch ein feines Sieb oder ein sauberes Baumwolltuch in ein dunkles Glasfläschchen um. Wenn du die Blütenreste sanft ausdrückst, lassen sich auch die letzten Tropfen des kostbaren Öls auffangen. Dunkle Flaschen schützen das fertige Produkt vor UV-Strahlung und verlängern die Haltbarkeit. So kannst du den besonderen Duft der Rose das ganze Jahr über genießen.